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Jugendschutz, Zensur und Kultur: Ist in Computerspielen mittlerweile alles möglich?

Die Expertenrunde bei unserer Konferenz „More Than Just a Game“ zum Thema „Jugendschutz, Zensur und Kultur“ bestand aus Vertretern der Wissenschaft (Prof. Jon Festinger, University of British Columbia), eines Publishers (Richard Sheridon, Assistant Manager Europe Age Ratings, Nintendo of Europe GmbH) und der Anwaltschaft (Dr. Andreas Lober, BEITEN BURKHARDT Frankfurt und Taras Derkatsch, BEITEN BURKHARDT Moskau).Die Moderation der Runde übernahm Petra Fröhlich, Chefredakteurin von Gameswirtschaft.

Ein zentrales Thema war die Debatte um Nazisymbolik in Computerspielen, die mit der Entscheidung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) im August 2018 einen entscheidenden Richtungswechsel erfahren hatte. Unter bestimmten Voraussetzungen, etwa wenn die Verwendung „der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre“ dient, sollen nun in Deutschland Hakenkreuze in Videospielen in Ausnahmefällen erstmalig zulässig sein. Die Experten auf dem Panel bezeichneten die Entscheidung als zeitgemäß und einen Schritt in die richtige Richtung. Das strikte Verbot sei in Einzelfällen kontraproduktiv gewesen, weil es dazu geführt habe, dass der Thematik und den Symbolen überhaupt erst Aufmerksamkeit gewidmet wurde.

Die Expertenrunde warnte jedoch vor dem Irrglauben, dass nun jedes Computerspiel mit Nazi-Symbolik in Deutschland veröffentlicht werden könne. Es komme vielmehr auf den Einzelfall an. Dabei waren sich die Experten einig, dass es Computerspiele, in denen in die Rolle der Nazis geschlüpft werden kann, auch in Zukunft in Deutschland nicht geben werde.

Auch in Bezug auf andere Inhalte in Videospielen, z. B. Gewalt, hätten sich über die Jahre hinweg liberalere gesellschaftliche und damit auch rechtliche Maßstäbe herausbildet, so die Expertenrunde. Doch auch hier gebe es in vielen Kulturen und Rechtsordnungen noch rote Linien, z. B. bei pornografischen Inhalten. Weitere Themen waren die Problematik rund um sogenannte „Lootboxes“ sowie Computerspielsucht.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich gerne an Timo Conraths.

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