Deutsch-Russischer Juristenpreis zum 6. Mal verliehen

Der Deutsch-Russische Juristenpreis ist mittlerweile schon eine schöne Tradition geworden. Immer gegen Jahresende werden im Rahmen einer Veranstaltung in feierlicher Stimmung die Urkunden an die Preisträger übergeben. In diesem Jahr war es am 8. Dezember 2016 soweit:

Der von der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer (http://russland.ahk.de/), dem Deutsch-Russischen Juristischen Institut (www.drji.de) und der Deutsch-Russischen Juristenvereinigung (www.drjv.org) gemeinsam organisierte Preis zeichnet herausragende rechtsvergleichende Arbeiten zwischen Russland und den deutschsprachigen Ländern aus. Vor allem junge Juristen aus beiden Ländern sollen ermutigt werden, sich mit rechtsverglei-chenden Themen wissenschaftlich zu befassen.

Der Preis wird in vier Kategorien ausgeschrieben; geehrt werden je eine studentische und eine wissenschaftliche Arbeit in deutscher und russischer Sprache. Dank der großzügigen Unterstützung durch insgesamt 10 Sponsoren (in diesem Jahr: Balashova Legal Consultants; Beiten Burkhardt; Brand & Partner; Clifford Chance; Dagmar Lorenz Legal and Tax; Derra Meyer & Partner; DLA Piper, Rödl & Partner, Sirota & Partners sowie YUST) betrug das Preisfeld jeweils 1.000 Euro.

In diesem Jahr gingen 46 Arbeiten ein; das war etwas weniger als im Vorjahr. Dennoch ist diese Resonanz in Anbetracht der immer noch schwierigen bilateralen Beziehungen ein tolles Ergebnis. Die Jury (aus Dr. Wolfram Gärtner, Dr. Hans Janus, Prof. Dr. Urs Kramer, Dr. Vladimir Primaczenko, Prof. Dr. Andreas Steininger, Dr. Jürgen Telke, Prof. Dr. Alexander Trunk und Prof. Dr. Rainer Wedde) musste wieder viel Zeit und Sorgfalt aufwenden, um die diesjährigen Preisträger auszuwählen.

Preiswürdig sind dabei Arbeiten, die aus einem intensiven Vergleich beider Rechtsordnungen gut fundierte neue Erkenntnisse abzuleiten vermögen. Bemerkenswert ist, dass Arbeiten aus vielen Regionen beider Länder eingehen. In Russland fällt vor allem auf, wie viele und gute Arbeiten jedes Jahr aus Krasnojarsk kommen. Der intensive Austausch der dortigen Universität mit der Universität Passau macht sich also positiv bemerkbar.

Nach dem olympischen Gedanken ist die Teilnahme an einem solchen Wettbewerb das Wichtigste. Insofern ist jeder Teilnehmer der Ausschreibung ganz ohne Frage ein Gewinner! Dennoch gab es in diesem Jahr fünf – übrigens ausschließlich von Frauen verfasste - besonders bemerkenswerte Arbeiten. Folgende Preisträgerinnen wurden ausgezeichnet:
•    Der Preis für die beste russischsprachige studentische Arbeit wurde Frau Daria Grišina für ihre Arbeit „Контроль за законностью ненормативных правовых актов публичного управления в России и Германии“ an der Staatsuniversität Krasnojarsk zuerkannt. Sie studiert mittlerweile an der Universität in Passau.
•    Den Preis für die beste deutschsprachige studentische Arbeit erhielt Frau Carolin Becker für ihre Masterarbeit „Eine rechtsvergleichende Darstellung der NGO-Gesetze Deutschlands, Russlands und der USA“ an der Hochschule Wismar. Die Arbeit war das Ergebnis eines Austauschs mit einer Moskauer Hochschule.
•    Der Preis für die beste russischsprachige wissenschaftliche Arbeit ging an Frau Nina Symanjuk für ihre Dissertation zum Thema „Сравнительное конституционно – правовое исследование порядка распределения компетенции в федеративных системах России и Германии“ an der Universität Jekaterinburg, wo sie mittlerweile als Dozentin tätig ist.
•    Der Preis für die beste deutschsprachige wissenschaftliche Arbeit wurde geteilt und ging je zur Hälfte an Frau Dr. Anke Allenhöfer für ihre Dissertation „Gesellschaftervereinba-rungen bei Kapitalgesellschaften: eine rechtsvergleichende Untersuchung im deutschen und russischen Recht“ an der Universität Regensburg und an Frau Dr. Anne-Kathrin Rühr für ihre Dissertation „Instrumente des individuellen Grundrechtsschutzes in der Russischen Föderation“ an der Universität Greifswald. Beide Preisträgerinnen sind mitt-lerweile anwaltlich bzw. in einer Rechtsabteilung tätig.

Geehrt wurden die diesjährigen Preisträger am Ende des Symposiums „Perspektiven der deutsch-russischen Rechtszusammenarbeit“ von DRJV, DRJI und Ostinstitut Wismar am 8. Dezember 2016 in Berlin. Nach einer lebhaften Diskussion zu Möglichkeiten einer Belebung und Intensivierung des rechtlichen Dialogs zwischen Deutschland und Russland bildete die Preisverleihung den Höhepunkt der Veranstaltung. Alle fünf Preisträgerinnen konnten zum Glück eine Anreise nach Berlin einrichten und den Preis persönlich entgegennehmen. Als Laudatoren stellten aus der Jury Dr. Hans Janus, Dr. Vladimir Primaczenko, Dr. Jürgen Telke und Prof. Dr. Rainer Wedde sowie Dr. Joachim Schramm vom Ostinstitut Wismar die ausgezeichneten Arbeiten sowie die Preisträgerinnen vor und arbeiteten die besonderen neuen Erkenntnisse der preisgekrönten Arbeiten heraus. Bei einem gemeinsamen Abendes-sen in einem nahe gelegenen Restaurant klang der Abend mit lebhaften Gesprächen sehr harmonisch aus.

In der Ausschreibung und auf den Urkunden wurden die Sponsoren genannt; bei der Verleihung wurde ihnen ausführlich gedankt. Ein Bericht über den Preis wurde bereits in der DRRZ veröffentlicht; ein weiterer Bericht wird im Newsletter der DRJV erscheinen, auf den Internetseiten von DRJI und DRJV wurde ebenfalls berichtet. Schließlich gingen Berichte an OWC und Russland aktuell sowie impuls (Magazin der AHK) sowie die Fachzeitschriften Osteuropa Recht und die RIW.

Auch 2017 wird der Deutsch-Russische Juristenpreis wieder ausgeschrieben, dann schon zum siebten Mal. Mit dem Ostinstitut Wismar und dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft sind zwei weitere Organisatoren dabei, die dem Preis sicher noch mehr Gewicht verleihen werden. Details und die Ausschreibungsunterlagen finden sich bereits unter www.drjv.org. Die Einreichungsfrist endet am 31.03.2017. Sponsoren sind dafür erneut herzlich willkommen!

Kontakt:
Prof. Dr. Rainer Wedde
stv. Vorsitzender der DRJV,
Vorsitzender der Auswahljury