Kleines Jubiläum - Deutsch-Russischer Juristenpreis zum 5. Mal verliehen

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer, das Deutsch-Russische Juristische Institut und die Deutsch-Russische Juristenvereinigung schreiben seit 2011 gemeinsam den Deutsch-Russischen Juristenpreis aus.

Damit werden herausragende rechtsvergleichende Arbeiten zwischen Russland und den deutschsprachigen Ländern ausgezeichnet. Insbesondere jüngere Juristen sollen ermutigt werden, sich mit diesem Thema wissenschaftlich zu befassen. Der Preis wird mittlerweile in vier Kategorien ausgeschrieben; geehrt werden je eine studentische und eine wissenschaftliche Arbeit in deutscher und in russischer Sprache. Dank der großzügigen Unterstützung durch Sponsoren (in diesem Jahr Balashova Legal Consultants; Beiten Burkhardt; Brand & Partner; Clifford Chance; Derra, Meyer & Partner; Rödl & Partner sowie Yust) betrug das Preisfeld jeweils 1.000 Euro.

2015 gab es mit 84 Arbeiten mehr Einreichungen als jemals zuvor (2014 waren es noch 64 Arbeiten gewesen). Dies verdeutlicht eindrucksvoll das trotz der aktuellen Krise ungebrochene wechselseitige Interesse. Die Jury (bestehend aus Dr. Wolfram Gärtner, Dr. Hans Janus, Prof. Dr. Urs Kramer, Dr. Vladimir Primaczenko, Prof. Dr. Andreas Steininger, Prof. Dr. Alexander Trunk und Prof. Dr. Rainer Wedde) musste sich durch fast 8.000 Seiten geballtes Wissen kämpfen, um 2015 die Preisträger auszuwählen.

Preiswürdig sind dabei insbesondere Arbeiten, die aus einem intensiven Vergleich beider Rechtsordnungen neue, eigene Erkenntnisse ableiten. Dabei stammen die Arbeiten aus vielen Regionen. In Deutschland mag dies nicht überraschend sein, aber die russischen Ar-beiten kamen neben Moskau und St. Petersburg aus Ivanovo, Irkutsk, Krasnojarsk, Kursk, Nischnij-Nowgorod, Samara, Saransk, Ufa und Ulan-Ude, aus den Gebieten Archangelsk, Krasnodar und Rostow, eine sogar aus Odessa. Es ist erfreulich, dass auch dort überall ein so großes Interesse am deutschen Recht besteht.

Inhaltlich wird deutlich, dass sowohl Elemente des deutschen Rechts dem russischen Recht als Vorbild dienen können als auch umgekehrt das deutsche Recht Ideen aus dem russischen übernehmen kann. Erfreulich ist weiterhin, dass es auch Arbeiten zum Rechtsvergleich zwischen Russland und der Schweiz sowie Österreich gab. Besonders exotisch war eine strafprozessuale Arbeit, die dem russischen Recht das Recht von Liechtenstein gegenüberstellte.

Jeder Teilnehmer der Ausschreibung darf sich als Gewinner fühlen. Dennoch konnten leider nicht alle den Preis gewinnen. In diesem Jahr wurden folgende Preisträger ausgewählt:

Der Preis für die beste russischsprachige studentische Arbeit wurde Herr Dmitry Gudkov für seine Arbeit „Проблема квалификации отношений сторон до разрешения отлагательного условия“ an der Moskauer Staatlichen Universität zuerkannt. Er konnte aus Studiengründen leider nicht zur Preisverleihung nach Wiesbaden anreisen.

Den Preis für die beste russischsprachige wissenschaftliche Arbeit erhielt Frau Prof. Dr. Elena Gricenko von der Staatlichen Universität St. Petersburg für zwei Arbeiten zum Kommunalrecht („В поисках утраченных идеалов: российская муниципальная реформа и опыт Германии“ und „Конституционно-правовые основы передачи государственных и муниципальных задач частным субъектам в российском праве“).

Den Preis für die beste deutschsprachige studentische Arbeit bekam Frau Ekaterina Sokur für ihre Masterarbeit „Privatsphärenschutz vs. Pressefreiheit: Eine rechtvergleichende Untersuchung zum deutschen und russischen Recht im Lichte der EMRK“ an der Universität Göttingen.

Der Preis für die beste deutschsprachige wissenschaftliche Arbeit ging an Frau Dr. Julia Gerzen für ihre Dissertation „Das Recht der Gesellschafterfremdfinanzierung“ an der FU Berlin.

Prof. Dr. Bernd Wieser von der Universität Graz schließlich erhielt für das von ihm herausgegebene „Handbuch der Russischen Verfassung“ einen Sonderpreis.

Geehrt wurden die diesjährigen Preisträger im Anschluss an eine gemeinsame Tagung von DRJI und DRJV zum Thema „Wirtschaftsrecht in Zeiten der Krise“ am 11.09.2015 in Wiesbaden. Dort wurden die anstehenden Reform des Sachenrechts, aktuelle Entwicklungen im Gesellschaftsrecht, das Recht des geistigen Eigentums sowie Fragen des Zivilprozessrechts lebhaft diskutiert. Bei einem feierlichen Abendessen auf dem Neroberg oberhalb der Stadt konnten vier der fünf Preisträger sodann die Auszeichnungen persönlich in Empfang nehmen.

2016 wird der Deutsch-Russische Juristenpreis ungeachtet der Krise zum sechsten Mal ausgeschrieben; Einsendeschluss wird der 31.03.2016 sein. Die Preisverleihung soll dann in Russland stattfinden. Details zur Ausschreibung werden sich in Kürze auf den Internetseiten der Organisatoren finden.

In der Ausschreibung, auf den Urkunden wurden die Sponsoren genannt. Bei der Verleihung wurde ihnen ausführlich gedankt. Ein Bericht über die Preisverleihung wird in Newsletter und Mitteilungsblatt der DRJV, auf den Internetseiten von DRJI und DRJV, in OWC und Russland aktuell sowie impuls (Magazin der AHK) veröffentlicht. Außerdem gehen Berichte an Garant als Medienpartner sowie die Fachzeitschriften Osteuropa Recht und die RIW.

Kleines Jubiläum - Deutsch-Russischer Juristenpreis zum 5. Mal verliehen

 
Kleines Jubiläum - Deutsch-Russischer Juristenpreis zum 5. Mal verliehen.pdf

Experten

Prof. Dr. Rainer Wedd Prof. Dr. Rainer Wedde
Of Counsel
Prof. Dr. Rainer Wedde
Of Counsel
E-Mail Anruf
Arbeitsrecht
French Desk
Gesellschaftsrecht, Umwandlungsrecht, Konzernrecht
Russland-Praxis
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel. +7 495 2329635
Arbeitsrecht
French Desk
Gesellschaftsrecht, Umwandlungsrecht, Konzernrecht
Russland-Praxis