Industrie 4.0 – Chancen für die Industrie, rechtliche Herausforderungen und Lösungsansätze

Frankfurt am Main, 15. Juli 2015 – Das Schlagwort "Industrie 4.0" ist derzeit in aller Munde, auch wenn die Vorstellungen, welches konkrete Konzept sich dahinter verbirgt, bei Interessierten, Verantwortlichen und Entscheidern in Politik und Wirtschaft teils noch sehr weit auseinander gehen. Bei der BEITEN BURKHARDT Veranstaltung zum Themenkomplex "Industrie 4.0" Anfang Juli ging es denn auch zum einen um eine gemeinsame Definitionsfindung und zum anderen um damit zusammenhängende Möglichkeiten und Risiken für die Industrie, rechtliche Herausforderungen und Lösungsansätze.

Im Rahmen von Impulsvorträgen und anschließend auf einem Panel diskutierten die Partner Oliver Köster und Tim Christopher Caesar mit ihren Gästen Prof. Dr. Carlo Simon, Provadis Hochschule, Matthias Uhrig, INTARGIA Managementberatung GmbH, und Prof. Dr. Michael Ronellenfitsch, Datenschutzbeauftragter des Landes Hessen, unter der Moderation von Axel Höpner vom Handelsblatt über die verschiedenen Aspekte und Ebenen der vierten industriellen Revolution.

Es wurde anhand aktueller Beispiele angeregt über neue Chancen durch Industrie 4.0, digitale Transformationen und Vernetzung von Industrieproduktion und Wertschöpfungsketten und die daraus resultierende industrielle Revolution, aber teilweise auch ernüchternde Realität im Alltag diskutiert. Zudem wurden rechtliche Aspekte beleuchtet und Industrie 4.0 aus Sicht der Datenschutzbehörde präsentiert. Dabei blieb Raum für spannende Diskussionen, an denen sich auch das Publikum beteiligte.

Ein Kernthema der Veranstaltung war zudem Big Data; welcher Nutzen aus der Datensammlung und -auswertung im großen Stil gewonnen werden könne und welche Gefahren sich dahinter verbergen. Wie unbedacht, sich der Risiken aber bewusst, jüngere Generationen ihre Daten Unternehmen zur Verfügung stellen, verdeutliche, dass die Bezahlung in Daten für diese Generationen kein Problem ist.

Im Hinblick auf die "Smart Factory" wurde diskutiert, inwieweit die Verwendung personenbezogener Daten im Rahmen von dortigen Big Data-Anwendungen überhaupt notwendig ist – oder vielleicht sogar aufgrund des deutschen und europäischen Datenschutzstandards hinderlich sein kann. Als ein Ergebnis wurde festgehalten, dass eine vorausschauende Strukturierung von Prozessen in der Fabrik der Zukunft und insgesamt im Internet der Dinge von besonderer Bedeutung sein wird. Einigkeit bei den Referenten herrschte vor allem dahingehend, dass absolute Datensicherheit nicht existieren kann. Die Verantwortung sich nicht angreifbar zu machen, liege bei jedem einzelnen.

"Es war interessant zu beobachten, wie sich die unterschiedlichen Diskussionsteilnehmer, wie Datenschutzbeauftragte, Geschäftsleute und Juristen über dieses Thema austauschen.", so Rechtsanwalt und Partner Dr. Andreas Lober, "Es zeigte sich einmal mehr, dass es unterschiedliche Blickwinkel auf Big Data und Co. gibt und wie wichtig es ist, sich den Risiken bewusst zu sein."