Arbeitsrecht, Juni 2015

Liebe Leserin, lieber Leser,

Arbeitsrecht ist manchmal fast so spannend wie ein guter Krimi.Das Bundesarbeitsgericht hatte zum Beispiel kürzlich darüber zu entscheiden, ob ein Arbeitgeber eine Mitarbeiterin durch einen Detektiv überwachen lassen konnte, die ihn später auf Schmerzensgeld verklagte, weil sie unter psychischen Beeinträchtigungen litt (vgl. Beitrag rechts). Nun gut, es ging bei dem Fall nur um Zweifel an der tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit und es fehlte (Gott sei Dank) bis zum Schluss die Leiche. Aber dass arbeitsrechtliche Fälle durchaus für das Fernsehabendprogramm taugen, zeigt auch der Fall eines Fußballbundesligatorhüters, der sich gegen die Befristung seines Arbeitsverhältnisses wehrte – und überraschend vor dem Arbeitsgericht Mainz Recht bekam.

Kein Karnevalsscherz, die närrische Zeit war zum Zeitpunkt des Urteils bereits vier Wochen her. Allerdings stellt sich die Frage, was die Folge für den deutschen Fußball wäre, wenn ab sofort alle Spielerverträge unbefristet gelten würden, also zum Beispiel alle Bundesligaspieler bis zum Renteneintrittsalter oder sogar darüber hinaus zu denselben Konditionen beschäftigt werden müssten (vgl. Beitrag Seite 5). Mario Götze noch mit 70 Jahren beim FC Bayern?

Auch die Frauenquote und neueste Entscheidungen zu möglichen Scheinwerkverträgen sind durchaus Themen, die bereits Gegenstand diverser Talksendungen im Fernsehprogramm waren (vgl. Beiträge in der Rubrik „Im Blickpunkt“ ab Seite 6). Wenn man also mit dem Arbeitsrecht zu tun hat, kann das spannend und unterhaltsam sein.

Wenn es Ihnen einmal wieder zu spektakulär wird, stehen wir für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Dr. Christopher Melms
Leiter der Praxisgruppe Arbeitsrecht